Richtungsweisende
Partie auf Bamberger Boden
TS Lichtenfels fährt ohne Spielmacher Jonas Scherer zum HCB II
Wie die Bezirksoberliga-Handballer der TS Lichtenfels ihre
jüngste Niederlage im Derby mit der HG Kunstadt verdaut haben,
wird sich am Samstagabend in ihrer nächsten Aufgabe
herausstellen. Außerdem muss die Mannschaft von Uwe Piesker
und Uwe Fromme in der Partie beim HC Bamberg II den Ausfall ihres
gesperrten Spielmachers Jonas Scherer kompensieren. Wie gravierend sich
dieses Manko auf das TSL-Spiel gegen den Tabellenfünften
auswirkt, ist die spannende Frage. Ab 19 Uhr gibt es in der Bamberger
Berufsschulhalle die Antwort darauf.
Das ist schon ein schwerer Schlag für den Aufsteiger aus der
Korbstadt! Vor allem in der Abwehr wird der starke Jonas Scherer an
allen Ecken und Enden fehlen. Und nicht nur für dieses Spiel
ist der wohl wichtigste Mann im Piesker-Team zum Zuschauen verdammt.
Nach dem derzeitigen Stand der Dinge muss Scherer vier Wochen lang
für sein Foul im Derby büßen.
Dies könnte der Mannschaft vielleicht das Genick brechen. Noch
vor der Weihnachtspause ließ sie mit ansprechenden Leistungen
aufhorchen. Nur der Jahresauftakt vor Wochenfrist gab Anlass zu Kritik.
Somit kann nur eine geschlossene, stabile Mannschaftsleistung beim HC
Bamberg II zum erhofften und auch benötigten Erfolg
führen.
Weiterhin hat die TSL lediglich acht Pluspunkte auf dem Konto stehen
gegenüber zwölf „miesen“. Zum
Tabellendrittletzten, dem TV Weidhausen, hat Lichtenfels jedoch noch
vier Punkte Abstand, zum oberen Nachbarn HaSpo Bayreuth nur einen.
Deshalb darf man sich im TSL-Lager durchaus noch berechtigt Hoffnungen
auf den gesetzten Klassenerhalt machen.
Gegen die Domstädter haben die Lichtenfelser noch etwas
auszubügeln. Zur Erinnerung: Im dramatischen Hinspiel gab die
TSL einen sicheren Vorsprung in den letzten zehn Spielminuten noch aus
der Hand und überließ dem HCB II mit 23:22 die
Punkte. Die damalige Begegnung hatte auch viele Strafzeiten aufzuweisen
und vier rote Karten. Man kann davon ausgehen, dass auch in der
Domstadt mächtig gekämpft wird. Jeder Lichtenfelser
Spieler wird wissen, worum es geht und muss versuchen, an seine
Leistungsgrenze zu gehen.
Die Bamberger sind ein sehr gut eingespieltes Team, das viel auf das
Spiel mit dem Kreisläufer fixiert ist. Vor allem aber muss der
Rückraum des HC II im Visier der Lichtenfelser Verteidigung
stehen. Zum einen, um die perfekten Anspiele an den Kreis zu verhindern
und zum anderen, weil Sommer, Kustos und Lutter aus der zweiten Reihe
sehr gefährlich sind. „Ich hoffe“, so
Piesker, „dass meine Jungs den Druck beiseiteschieben
können und mit freiem Kopf an ihre neue Aufgabe
herangehen“.
Vier Stunden vor dem Männerspiel kommt es um 15 Uhr an
gleicher Stelle zum Vergleich der beiden A-Juniorenteams des HC Bamberg
und der TS Lichtenfels. Die Mannschaften treffen in der Bezirksoberliga
zum ersten Mal aufeinander, wobei der HCB mit zwei Pluspunkten mehr
behaftet ist und deshalb als Favorit eingestuft werden muss.
Am Lichtenfelser „Auswärts-Samstag“ kommt
auch die TSL-„Zweite“ zum Einsatz. Die Mannen um
Christian Goller werden um 17.45 Uhr beim TV Ebern gefordert. Auch sie
musste in der Vorrunde ihrem Gegner ganz knapp und unglücklich
mit 21:22 den Sieg überlassen. Auf die TSL II lastet
jedenfalls kein Druck, denn die Partie wird nicht offiziell gewertet.
Mit der weitesten Fahrt muss sich die männliche B-Jugend der
TSL abfinden. TS Schwarzenbach heißt um 13 Uhr ihr Gastgeber
in Oberkotzau. Die Werner/Pawlik-Mannschaft reist nicht ohne Hoffnung
an und kann – wenn sie die individuellen Fehler minimiert
– einen Wiederholungssieg anstreben.
Am Sonntag spielt noch die männliche C-Jugend, die um 14.45
Uhr beim TV Helmbrechts am Anwurfpunkt steht. Für die
Hansen-Truppe ist dieser Gegner kein leichter; zumal er auch viele
ältere Spieler in seinen Reihen hat.