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Die Turnerschaft Lichtenfels, ein Teil des lebendigen Lichtenfels seit 1847.

Als sich im Jahr 1847 einige Männer in Lichtenfels zusammenschlossen. Um im Geiste des Turnvaters Jahn den ersten Turnverein in Oberfranken zu gründen , ahnte sicher niemand, welch großartige Entwicklung der Verein in den kommenden gut eineinhalb Jahrhunderten nehmen sollte.

Denn der Beginn war nicht einfach. In einer zeit politischer Umbrüche in Deutschland, im Zeitalter der Revolutionen. In dem die Turnbewegung von den herrschenden Kreisen zerstörerischer Tendenzen bezichtigt wurde, bedurfte es mehrerer Anläufe, um schließlich die Turnerschaft als einen der maßgebenden Vereine in Lichtenfels fest zu etablieren.

Wer die traditionsreiche Geschichte des Vereins aufmerksam studiert, stellt schnell fest, wie eng seine Geschicke und das Geschehen in unserer Stadt verknüpft waren und sind. Viele der Männer und Frauen, die die Turnerschaft entscheidend prägten, haben auch sonst für unser Gemeinwesen in politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht Außergewöhnliches geleistet.

Die nachfolgenden Ausführungen (im Wesentlichen Ausführungen aus der Festschrift 1997) sind nicht denkbar ohne die äußerst verdienstvolle Arbeit von Karl Hans Neubig, der diese Festschrift zum 150jährigen Vereinsjubiläum verfasste und sich dabei auf die Vorarbeiten von Willy Meixner stützen konnte. Ihnen beiden gebührt auch heute noch unser Dank. Zitate aus der Festschrift sind nicht als solche kenntlich gemacht – es wären einfach zu viele. Die Festschrift selbst ist noch in begrenzter Anzahl verfügbar und kann beim Verein angefordert werden.

Die Jahreszahl 1847

Nach Aufhebung der Turnsperre 1842 regte sich neues Leben auf den Turnplätzen. Die sich in Lichtenfels bildende Gemeinschaft nannte sich „Turnverein Lichtenfels. Der Turnplatz befand sich vor der vielhundertjährigen Eicher des Schlösschens „Bellevue“ bei Schney. Die Herren Drütschel, Eichhorn und Krug –gehörten zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. Im Jahr 1848 aber wurde bereits von Amts wegen die Auflösung der Turnvereine verfügt, weil man sie als Gefahr für die herrschenden Monarchien sah. Auch der Turnverein Lichtenfels fiel diesem Verbot zum Opfer. Nach einjährigem Wirken musste die Vereinsarbeit eingestellt werden. Die Fahne ging in den Wirren der Zeit verloren.

Neuer Beginn 1860

Erst im Jahr 1860 konnte der Turngedanke wieder aufleben. In der nahen Residenzstadt Coburg wurde unter Herzog Ernst II beim 1. Deutschen Turn- und Jugendfest der Grundstein zur deutschen Turnerschaft gelegt. Und sofort regte es sich auch in Lichtenfels. Bürgersöhne beteiligten sich an der ersten Tagung in Coburg und beschlossen, den Turnverein Lichtenfels erneut ins Leben zu rufen. Um jedoch endgültig Fuß fassen zu können und der Obrigkeit keinen Ansatzpunkt zum Eingreifen zu geben, wurde geschickt eine Art Tarnkappe benutzt. Achtzehn junge Bürger griffen neben der Turnidee auch den für das Gemeinwohl so wichtigen Gedanken der Bildung einer Hilfsgruppe auf freiwilliger Basis auf und schlossen sich im Juni 1860 zum „Turn- und Rettungsverein Lichtenfels“ zusammen. In der Satzung hieß es: „Jedes aktive Mitglied ist verpflichtet, sowohl an den Turn als auch an den Rettungsübungen teilzunehmen und der besonderen Turn- Und Rettungsordnung in allem Folge zu leisten.“ Hauptzweck war die Ausbildung des Körpers durch gymnastische Übungen. Außerdem standen Turnfahrten auf dem Programm. Die Aufnahmegebühr betrug einen Gulden; der Beitrag monatlich 12 Kreuzer. Bereits am 6.Juli 1860 erteilte der Stadtmagistrat seine Zustimmung zur Vereinsgründung unter der Voraussetzung, „daß gegen polizeiliche Vorschriften und Anordnungen nicht verstoßen werde.“ Erster Obmann des Turn- und Rettungsvereins war der Geometer Friedrich Collorio.

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